MD-Prüfbericht lesen und verstehen: Was die Noten wirklich sagen
Schreibtisch mit Unterlagen, Lupe und Kaffee

Date

Sie haben drei Häuser in der engeren Auswahl, öffnen das Pflegeportal Ihrer Krankenkasse und finden zu jeder Einrichtung mehrere Seiten mit Balken, Punkten und Begriffen wie Qualitätsaspekt, Indikatorenergebnis und Plausibilitätskontrolle. Eine Note steht nirgends. Nach zehn Minuten schließen Sie das Fenster und rufen doch lieber im Haus an.

Diese Reaktion ist verständlich, und sie kostet Sie trotzdem Information. Einen MD-Prüfbericht für ein Pflegeheim zu lesen ist keine Frage von Fachwissen, sondern von Reihenfolge. Wenn Sie wissen, aus welchen drei Teilen der Bericht besteht und welche zwei Bewertungsskalen darin vorkommen, brauchen Sie pro Haus etwa eine Viertelstunde.

Dieser Beitrag geht den Bericht von oben nach unten durch: was die Einrichtung selbst gemeldet hat, was der Medizinische Dienst vor Ort gesehen hat, und welche Angaben das Haus über sich macht. Am Ende wissen Sie, welche Stellen Sie beim Besichtigungstermin ansprechen sollten. Warum es die alten Pflegenoten von eins bis fünf nicht mehr gibt, ist eine eigene Geschichte, die wir in einem separaten Beitrag erzählen.

Kurz und knapp: Der MD-Prüfbericht besteht seit 2019 aus drei Teilen: den Qualitätsindikatoren, die das Heim halbjährlich selbst erhebt, den Ergebnissen der externen Prüfung durch den Medizinischen Dienst und den Angaben der Einrichtung zu ihrer Struktur. Die Indikatoren werden auf einer fünfstufigen Skala im Verhältnis zum Bundesdurchschnitt dargestellt, die Prüfergebnisse auf einer vierstufigen Skala von keinen oder geringen bis zu schwerwiegenden Qualitätsdefiziten (Medizinischer Dienst Bund, Fachinformation zu den neuen Qualitätsprüfungen in der vollstationären Pflege, 2020). Eine Gesamtnote gibt es bewusst nicht mehr. Die Ergebnisse müssen kostenfrei im Internet veröffentlicht und zusammengefasst im Haus ausgehängt werden (§ 115 Abs. 1a SGB XI, gesetze-im-internet.de, letzter Abruf am 17.09.2026).

Das Wichtigste in Kürze
  • Der Bericht hat drei Säulen und zwei verschiedene Skalen. Wer die verwechselt, liest ihn falsch.
  • Die Prüfer sehen sich neun Bewohner persönlich an, nicht das ganze Haus.
  • Reine Dokumentationsfehler ohne Folgen für Bewohner fließen nicht mehr in die Darstellung ein.
  • Der Medizinische Dienst heißt seit der Reform MD und nicht mehr MDK. Der Medizinische Dienst Bund wurde zum 1. Januar 2022 errichtet.
  • Der Bericht sagt Ihnen nicht, ob ein Haus zu Ihrem Angehörigen passt. Er sagt Ihnen, wonach Sie fragen sollten.

Was steht heute in einem MD-Prüfbericht?

Der Bericht besteht aus drei Säulen, die aus völlig verschiedenen Quellen stammen. Das ist der wichtigste Punkt, und er wird am häufigsten übersehen. Die erste Säule kommt aus dem Haus selbst, die zweite von außen, die dritte ist eine Selbstauskunft.

Die Indikatorenergebnisse erheben die Pflegeheime halbjährlich im Rahmen ihres internen Qualitätsmanagements und übermitteln sie an eine zentrale Datenauswertungsstelle. Dort werden sie geprüft, ausgewertet und ins Verhältnis zum bundesweiten Ergebnis aller Einrichtungen gesetzt.

Die Ergebnisse der externen Qualitätsprüfung stammen vom Medizinischen Dienst oder vom Prüfdienst des Verbandes der privaten Krankenversicherung, der 10 Prozent der in einem Jahr anfallenden Prüfaufträge erhält (§ 114 Abs. 1 SGB XI, gesetze-im-internet.de, letzter Abruf am 17.09.2026). Sie beruhen auf einem Besuch im Haus.

Der dritte Teil enthält Angaben der Einrichtung zu Versorgungsschwerpunkten, Personalausstattung, Gruppenangeboten, religiösen Angeboten, Einbindung von Angehörigen, Begleitung in der letzten Lebensphase und Erreichbarkeit. Diese Angaben werden nicht geprüft.

Säule Wer liefert die Daten Wie oft Wird geprüft
Qualitätsindikatoren die Einrichtung selbst halbjährlich stichprobenhaft auf Plausibilität
Externe Prüfergebnisse Medizinischer Dienst oder PKV-Prüfdienst in der Regel jährlich ja, vor Ort
Angaben zur Einrichtung die Einrichtung selbst bei Änderungen nein

Wo finden Sie den Bericht zu einem bestimmten Haus?

Die Ergebnisse müssen kostenfrei im Internet und in anderer geeigneter Form veröffentlicht werden. Zuständig dafür sind die Landesverbände der Pflegekassen, die sicherstellen müssen, dass die Darstellung für Pflegebedürftige und Angehörige verständlich, übersichtlich und vergleichbar ist (§ 115 Abs. 1a SGB XI, gesetze-im-internet.de, letzter Abruf am 17.09.2026).

In der Praxis führt der Weg über die Pflegeportale der Kassen. Verbreitet sind der AOK-Pflegenavigator, der BKK Pflegefinder, der Pflegekompass der Knappschaft und der Pflegelotse des vdek. Sie suchen dort nach Ort oder Postleitzahl und rufen die Einrichtung auf. Eine Mitgliedschaft bei der jeweiligen Kasse brauchen Sie nicht.

Der zweite Weg führt über die Wand im Eingangsbereich. Das Datum der letzten Prüfung, die Einordnung des Prüfergebnisses und eine Zusammenfassung müssen an gut sichtbarer Stelle in jeder Pflegeeinrichtung aushängen. Wenn Sie diesen Aushang bei einer Besichtigung nicht finden, fragen Sie danach. Die Antwort ist aufschlussreich.

Tipp: Prüfen Sie zuerst das Datum. Bei der Darstellung muss die Art der Prüfung als Anlass-, Regel- oder Wiederholungsprüfung kenntlich gemacht werden. Eine Anlassprüfung bedeutet, dass es einen konkreten Hinweis gab. Eine Wiederholungsprüfung bedeutet, dass zuvor Mängel festgestellt wurden und überprüft werden sollte, ob sie beseitigt sind.

Wie lesen Sie die Indikatorenergebnisse?

Die Indikatoren beschreiben Ergebnisse der Versorgung, nicht Absichten. Wissenschaftler haben dafür zu zehn Themen 15 Indikatoren entwickelt, die alle Pflegeheime erfassen müssen, weil einige Themen getrennt für zwei Risikogruppen berechnet werden (Medizinischer Dienst Bund, Fachinformation zu den neuen Qualitätsprüfungen in der vollstationären Pflege, 2020).

Die zehn Themen verteilen sich auf drei Bereiche. Im Bereich Erhalt und Förderung der Selbstständigkeit geht es um erhaltene Mobilität, erhaltene Selbstständigkeit bei Alltagsverrichtungen und erhaltene Selbstständigkeit bei der Gestaltung des Lebensalltags. Im Bereich Schutz vor gesundheitlichen Schädigungen geht es um Dekubitusentstehung, schwerwiegende Sturzfolgen und unbeabsichtigten Gewichtsverlust. Im dritten Bereich geht es um das Integrationsgespräch nach dem Einzug, die Anwendung von Gurten, die Anwendung von Bettseitenteilen und die Aktualität der Schmerzeinschätzung.

Dargestellt wird nicht der Rohwert, sondern der Abstand zum Bundesdurchschnitt. Dafür gibt es fünf Stufen. Ein Haus liegt bei einem Indikator weit über dem Durchschnitt, leicht über dem Durchschnitt, nahe beim Durchschnitt, leicht unter dem Durchschnitt oder weit unter dem Durchschnitt. Zwei weitere Angaben kommen vor: Das Ergebnis konnte nicht berechnet werden, oder es handelt sich um einen Einzelfall, der nicht bewertet wird.

Darstellung Bedeutung Was Sie damit tun
weit über dem Durchschnitt deutlich besseres Ergebnis als bundesweit üblich nachfragen, was das Haus konkret anders macht
leicht über dem Durchschnitt etwas besser als bundesweit üblich zur Kenntnis nehmen
nahe beim Durchschnitt unauffällig kein Handlungsbedarf
leicht unter dem Durchschnitt etwas schlechter als bundesweit üblich beim Besuch ansprechen
weit unter dem Durchschnitt deutlich schlechteres Ergebnis Erklärung verlangen und mit dem Prüfergebnis abgleichen
nicht berechnet zu wenige auswertbare Fälle im Haus nach dem Grund fragen

Ein unterdurchschnittliches Einzelergebnis ist noch kein Urteil. Ein Haus, das viele Menschen mit schwerer Demenz und starkem Bewegungsdrang versorgt, hat es beim Indikator zu schwerwiegenden Sturzfolgen schwerer als ein Haus mit überwiegend mobilen Bewohnern. Genau deshalb werden mehrere Indikatoren getrennt nach Risikogruppen berechnet. Achten Sie trotzdem auf Muster: Mehrere unterdurchschnittliche Ergebnisse im selben Bereich sind ein Signal.

Wie bewertet der Medizinische Dienst die Versorgung?

Die externe Prüfung schaut auf einzelne Menschen, nicht auf Ordner. Der zentrale Fokus liegt auf der bewohnerbezogenen Versorgungsqualität in allen Lebensbereichen. Das Prüfinstrument gliedert sich in sechs Qualitätsbereiche: Unterstützung bei Mobilität und Selbstversorgung, Unterstützung bei krankheits- und therapiebedingten Anforderungen, Unterstützung bei der Gestaltung des Alltagslebens und der sozialen Kontakte, Unterstützung in besonderen Bedarfs- und Versorgungssituationen, bedarfsübergreifende fachliche Anforderungen sowie einrichtungsinterne Organisation und Qualitätsmanagement.

Innerhalb dieser Bereiche werden 24 Qualitätsaspekte betrachtet, von denen sich 21 auf die personenbezogene Versorgung beziehen. In die veröffentlichte Qualitätsdarstellung fließen 15 dieser personenbezogenen Aspekte ein, dazu ein einrichtungsbezogener Aspekt zur Sterbebegleitung.

Bei jedem einzelnen Bewohner entscheidet das Prüfteam zwischen vier Kategorien. Sie lauten: keine Auffälligkeiten, Auffälligkeiten ohne Risiko oder negative Folgen, Defizit mit Risiko negativer Folgen, und Defizit mit eingetretenen negativen Folgen. Für die Bewertung des ganzen Hauses zählen nur die beiden letzten Kategorien.

Aus der Häufigkeit dieser Defizite ergibt sich die Gesamtbewertung je Qualitätsaspekt. Auch hier gibt es vier Stufen, die anders heißen als die Stufen auf Bewohnerebene: keine oder geringe Qualitätsdefizite, moderate Qualitätsdefizite, erhebliche Qualitätsdefizite, schwerwiegende Qualitätsdefizite. Kommt ein Thema bei keinem Bewohner der Stichprobe vor, wird es als nicht prüfbar ausgewiesen.

Gut zu wissen: Reine Dokumentationsauffälligkeiten spielen für die Qualitätsdarstellung keine Rolle mehr, wenn sich daraus keine Risiken oder negativen Folgen für Bewohner ableiten lassen. Das ist eine bewusste Abkehr von der früheren Praxis, in der ein fehlendes Kreuz im Formular genauso zählte wie eine tatsächliche Fehlversorgung.

Wie läuft die Prüfung im Haus tatsächlich ab?

Das Prüfteam sieht sich neun Bewohner persönlich an. Das ist die entscheidende Zahl, um den Bericht richtig einzuordnen. Die Qualitätsprüferinnen und -prüfer nehmen die Versorgungsqualität bei einer Stichprobe von neun Bewohnerinnen und Bewohnern in Augenschein und sprechen persönlich mit ihnen. Die Auswahl der Stichprobe richtet sich nach Kriterien der Mobilität sowie der kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten.

Bei sechs Personen aus dieser Stichprobe prüft das Team zusätzlich, ob die vom Haus gemeldeten Indikatorendaten plausibel sind. Damit hängen die beiden ersten Säulen des Berichts zusammen: Die Selbstauskunft des Hauses wird stichprobenhaft gegengeprüft.

Zu jedem Qualitätsaspekt arbeitet das Team mit Leitfragen und mehreren Informationsquellen: dem eigenen Eindruck, dem Gespräch mit dem Bewohner, dem Fachgespräch mit der Pflegekraft und der Pflegedokumentation. Vermutet das Team ein Defizit, reicht ein Verdacht nicht aus. Am Ende steht ein Abschlussgespräch, in dem beraten wird, wie festgestellte Defizite und unterdurchschnittliche Indikatorergebnisse behoben werden können.

Werden Mängel festgestellt, bleibt es nicht beim Bericht. Die Landesverbände der Pflegekassen können der Einrichtung Anordnungen erteilen, in denen sie verpflichtet wird, die Defizite abzustellen. Ob das gelungen ist, klärt eine Wiederholungsprüfung, deren Ergebnis zeitnah in die Veröffentlichung einfließen muss.

Auf welcher Grundlage beruht das heutige Verfahren?

Drei Regelwerke bestimmen, was geprüft und was veröffentlicht wird. Sie sind öffentlich zugänglich, und es lohnt sich, ihre Namen zu kennen, weil Einrichtungen im Gespräch darauf verweisen.

Die Qualitätsprüfungs-Richtlinien für die vollstationäre Pflege sind seit dem 1. November 2019 die verbindliche Grundlage für die Prüfungen. Sie beschreiben den Prüfansatz, das Prüfverfahren und die Regeln für die Stichprobe und enthalten die Prüfbögen für die personenbezogene Beurteilung, für die Einrichtungsebene und für die Plausibilitätskontrolle (Medizinischer Dienst Bund, 2019).

Die Maßstäbe und Grundsätze für die Qualität regeln das Indikatorenverfahren, also welche Daten die Häuser erheben und wie sie übermittelt werden. Sie gelten in der seit dem 1. Juni 2023 geltenden Fassung. Die Qualitätsdarstellungsvereinbarung vom 19. März 2019, zuletzt geändert am 14. Februar 2023, legt fest, was aus alledem veröffentlicht wird und nach welcher Bewertungssystematik.

Gesetzlich verankert ist das in § 113 Abs. 1a, § 114 und § 115 Abs. 1a SGB XI. Dort steht auch, dass die Vereinbarungen von den Vertragsparteien auf Bundesebene getroffen werden und die Form der Darstellung einschließlich der Bewertungssystematik umfassen (gesetze-im-internet.de, letzter Abruf am 17.09.2026).

Was der Bericht nicht leisten kann

Der Bericht beschreibt einen Ausschnitt, und zwar bewusst. Neun Bewohner in einem Haus mit achtzig Plätzen sind eine Stichprobe, keine Vollerhebung. Die Prüfung findet an einem Tag statt, meist tagsüber. Der Nachtdienst, der für viele Familien die kritische Frage ist, taucht in der Veröffentlichung nicht als eigene Kennzahl auf.

Auch die Aktualität ist eine Einschränkung. Zwischen Prüfung und Veröffentlichung liegt Zeit, und in dieser Zeit kann sich ein Haus verändern, in beide Richtungen. Ein Wechsel der Pflegedienstleitung oder der Verlust eines Teils des Stammpersonals schlägt sich erst in der nächsten Prüfung nieder.

Hinzu kommt, dass ein Teil der veröffentlichten Angaben ungeprüft aus dem Haus selbst stammt. Die dritte Säule mit Versorgungsschwerpunkten, Angeboten und Personalangaben ist eine Selbstauskunft. Sie ist nützlich, um Häuser vorzusortieren, aber sie ersetzt keine Nachfrage. Wenn ein Haus dort einen Demenzschwerpunkt angibt, heißt das noch nicht, dass es einen geschützten Bereich mit Zugang ins Freie und ein eigenes Betreuungskonzept hat.

Und der Bericht erfasst naturgemäß nur, was überhaupt vorkommt. Kommt ein Thema bei keinem der neun Bewohner der Stichprobe vor, bleibt der entsprechende Qualitätsaspekt leer. Bei kleineren Häusern oder bei speziellen Themen wie der Wundversorgung ist das keine Seltenheit, und eine leere Zeile ist weder ein gutes noch ein schlechtes Zeichen.

Schließlich sagt der Bericht nichts über Passung. Ob ein Haus zu einem Menschen mit fortgeschrittener Demenz passt, hängt von Konzept, Tagesstruktur und Atmosphäre ab. Worauf es dabei ankommt, steht in unserem Wegweiser zur Seniorenresidenz bei Demenz.

Achtung: Ein Haus ohne Auffälligkeiten im Bericht ist nicht automatisch ein gutes Haus für Ihren Angehörigen, und ein Haus mit einem unterdurchschnittlichen Indikator ist nicht automatisch schlecht. Nutzen Sie den Bericht als Fragenkatalog, nicht als Rangliste.

Wie werten Sie den Bericht in fünf Schritten aus?

Arbeiten Sie von außen nach innen, dann brauchen Sie pro Haus etwa eine Viertelstunde. Die Reihenfolge ist wichtiger als die Gründlichkeit im einzelnen Datenfeld.

  1. Datum und Art der Prüfung. Wie alt ist das Ergebnis, und war es eine Regel-, Anlass- oder Wiederholungsprüfung.
  2. Die vier Defizitstufen überfliegen. Suchen Sie gezielt nach erheblichen und schwerwiegenden Qualitätsdefiziten. Alles darunter ist in der Regel kein Ausschlussgrund.
  3. Die Indikatoren nach Mustern absuchen. Nicht jeder einzelne Wert zählt, sondern die Frage, ob sich mehrere unterdurchschnittliche Ergebnisse in einem Bereich häufen.
  4. Die Selbstauskunft gegenlesen. Behauptet das Haus einen Schwerpunkt, der sich in den Prüfergebnissen nicht wiederfindet, notieren Sie die Frage.
  5. Drei Fragen mitnehmen. Formulieren Sie aus den Auffälligkeiten drei konkrete Fragen für den Besichtigungstermin, mit Bezug auf das Ergebnis.

Diese drei Fragen sind der eigentliche Nutzen des Berichts. Ein Haus, das ein unterdurchschnittliches Ergebnis ruhig erklärt und sagt, was es seitdem geändert hat, hinterlässt einen besseren Eindruck als ein Haus mit makellosem Bericht und ausweichenden Antworten. Für den Rundgang selbst hilft unsere Checkliste für die Besichtigung, für die vertiefte Prüfung die 50 Fragen zur Besichtigung.

Wenn Sie nach dem Papierteil unsicher bleiben, ist ein Probewohnen der verlässlichere nächste Schritt. Einige Wochen im Haus beantworten Fragen, die keine Veröffentlichung abdecken kann.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es noch eine Gesamtnote für Pflegeheime?

Nein. Das heutige System stellt Ergebnisse getrennt dar und verzichtet bewusst auf eine einzige Gesamtnote. Sie sehen pro Qualitätsaspekt eine Einordnung in vier Stufen und pro Indikator eine Einordnung in fünf Stufen im Verhältnis zum Bundesdurchschnitt.

Was bedeutet erhebliches Qualitätsdefizit im Bericht?

Es ist die dritte von vier Stufen der Gesamtbewertung eines Qualitätsaspekts und bedeutet, dass das Prüfteam bei mehreren Bewohnern der Stichprobe Defizite mit Risiko oder mit eingetretenen negativen Folgen festgestellt hat. Jedes solche Defizit zieht im Prüfbericht eine Empfehlung zur Beseitigung nach sich. Fragen Sie im Haus, was seit der Prüfung geändert wurde.

Wie viele Bewohner werden bei einer Prüfung angesehen?

Das Prüfteam nimmt neun Bewohnerinnen und Bewohner persönlich in Augenschein und spricht mit ihnen. Bei sechs dieser Personen wird zusätzlich kontrolliert, ob die vom Haus gemeldeten Indikatorendaten plausibel sind. Die Stichprobe wird nach Kriterien zu Mobilität und kognitiven Fähigkeiten zusammengestellt.

Heißt es MDK oder MD?

MD. Im Zuge der MDK-Reform wurden die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung 2021 in eigenständige Körperschaften des öffentlichen Rechts unter der Bezeichnung Medizinischer Dienst umgewandelt, der Medizinische Dienst Bund wurde zum 1. Januar 2022 errichtet (Medizinischer Dienst Bund, Pressemitteilung, 2022). Ältere Dokumente und viele Ratgeberseiten verwenden noch die alte Abkürzung.

Wie oft werden die Indikatoren erhoben?

Halbjährlich. Jede Einrichtung hat einen festgelegten Stichtag und daran anschließend einen Erfassungszeitraum von 14 Tagen. Die Daten gehen an eine zentrale Datenauswertungsstelle, die sie auf Vollständigkeit und statistische Plausibilität prüft und die Ergebnisse an die Einrichtung, die Landesverbände der Pflegekassen und die Prüfinstitution zurückmeldet.

Kann ich den Prüfbericht auch im Haus einsehen?

Eine Zusammenfassung ja. Das Datum der letzten Prüfung, die Einordnung des Ergebnisses und eine Zusammenfassung müssen an gut sichtbarer Stelle in der Einrichtung aushängen. Den ausführlichen Bericht können Sie zusätzlich erfragen, und schon vor Vertragsschluss muss der Anbieter Sie über die veröffentlichungspflichtigen Prüfergebnisse informieren (§ 3 Abs. 2 WBVG, gesetze-im-internet.de, letzter Abruf am 17.09.2026).

Wie vergleiche ich mehrere Häuser in meiner Nähe anhand der Berichte?

Legen Sie für jedes Haus dieselben fünf Punkte nebeneinander: Prüfdatum, Zahl der erheblichen oder schwerwiegenden Defizite, auffällige Indikatorenmuster, angegebene Schwerpunkte und Personalangaben. Auf Seniorenresidenz in der Nähe finden Sie zunächst die Häuser in Ihrer Region, danach lohnt sich der Blick in die Berichte der drei bis vier Einrichtungen, die in Frage kommen.

Was passiert, wenn ein Haus schlecht abschneidet?

Die Landesverbände der Pflegekassen können Anordnungen erlassen, mit denen die Einrichtung verpflichtet wird, die festgestellten Defizite zu beseitigen. Ob das gelungen ist, wird in einer Wiederholungsprüfung kontrolliert, deren Ergebnis zeitnah in die Veröffentlichung einfließt. Für Sie als Angehörige ist die entscheidende Frage, wie das Haus selbst mit dem Ergebnis umgeht.


Ein MD-Prüfbericht für ein Pflegeheim ist kein Zeugnis, sondern ein Werkzeug. Er zeigt Ihnen in fünfzehn Minuten, welche drei Fragen Sie bei der Besichtigung stellen sollten, und genau dafür ist er gemacht. Auf Seniorenresidenz in der Nähe vergleichen Sie kostenlos passende Häuser in Ihrer Region und haben damit die Vorauswahl, für die sich der Blick in die Berichte lohnt. Weitere Grundlagen zum Leben in einer Residenz finden Sie in unserem kompletten Ratgeber zur Seniorenresidenz.

Jan Berning
Author: Jan Berning

Hallo liebe Leser und Leserinnen, mein Name ist Jan und ich gehöre zum Team Seniorenresidenz in der Nähe. In meinen Ratgeber-Artikeln teile ich gerne mein Wissen, um Ihnen umfassende Informationen über die Seniorenresidenzen zu bieten.

Die passende Seniorenresidenz finden?

Entdecken Sie geprüfte Seniorenresidenzen in ganz Deutschland – kostenlos und unverbindlich.

Seniorenresidenz finden
🛡️ Herausgegeben von PP Pflege Panorama UG✔️ Redaktionell gepflegt und aktualisiert

Weitere
Artikel